Ich habe Angst. Ich habe Angst vor Rot-Grün. Ja, wirklich. Stellt es Euch doch bloß mal vor, da wurde seit Jahren, ach was seit Jahrhunderten gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben gekämpft. Und mit einem Mal könnte alles weg sein. Alle Forderungen erfüllt. Man liest uns die Wünsche von den Wahlzetteln ab.
Stellt Euch nur mal vor, Bundeskanzler Sch Sch Sch Schröder würde demnächst als Hauptredner beim CSD in Köln oder Berlin auftreten und sich für die schwulen und lesbischen Rechte einsetzen.
Stellt Euch doch nur mal vor, Ihr werdet im Park von Schwulenhassern überfallen und zusammengeschlagen, und die Leute werden zur Strafe in ein echtes Gefängnis eingesperrt.
Stellt Euch nur mal vor, im Unterricht gäbe es demnächst so was wie Heterosexualkunde und Homosexualkunde mit Wahlmöglichkeit, fast so wie Religionsunterricht in katholisch und evangelisch.
Stellt Euch nur mal vor, Ihr macht Eurem gleichgeschlechtlichen Freund einen Heiratsantrag, ja, und der Trottel nimmt das auch noch ernst und schleppt Euch zum Standesamt.
Stellt Euch doch nur mal vor, die Rot-Grüne Koalition unter Schröder und Fischer beschließt ein Antidiskriminierungsgesetz. Oh Gott. Welche Existenzberechtigung hätte denn dann noch die ganze Schwulen- und Lesbenbewegung. Alles vorbei, kein Feinbild mehr.
Noch ist Zeit, liebe Mitschwestern. Volker Beck hat gegenüber HomoLaber erklärt, dass die Gleichstellung von Schwulen und Lesben nicht zum Programm der ersten 100 Tage gehört. Wir müssen Unterschriften sammeln, demonstrieren, Sitzblockaden vor dem Bundestag bilden. Es muss so bleiben wie bisher. Wir wollen weiter diskriminiert werden.
Man kann ja nur von Glück reden, dass die rot-grünen Socken keine 2/3-Mehrheit im Bundestag haben, sonst würden die ja glatt noch eine Grundgesetzänderung zum Schutz von Schwulen und Lesben beschließen.
Ich habe da ja einen annehmbaren Vorschlag, mit dem wir bewegten Schwulen und Lesben glaube ich alle leben könnten.
Niemand darf wegen seiner sexuellen Orientierung bevorzugt oder benachteiligt werden, es sei denn, er braucht es. Ich brauche es.