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Hier kommt nun ein Bericht vom Kay mit "Y" und ich stelle Euch heute die Frau vor, in deren Nachnamen nur einen Buchstaben verändern muss, um ihre Lebensgeschichte zu kennen.
Na, schon eine Ahnung?
Richtig, die Rede ist von Desiree NICK, die im Oktober 2001 hier in Dortmund gastierte und die - entgegen all meiner Erwartungen - wirklich atemberaubend über der Bretter fegte.
Eigentlich hatte ich diese Künstlerin bereits zu den Akten gelegt, denn als ich sie 1997 zum ersten Mal live sah, und zwar auf dem Huschball in Münster, war ich über so viel ordinäres Fäkalitätsgehabe einigermaßen entsetzt.
[O-Ton]
Na denn.... ein guter Auftritt bei den Missfits im vergangenen Jahr milderte diesen Eindruck wieder, und so wagte ich mich, als Mausi verkleidet mit meinem Hasi zusammen, am 13 .Oktober in ihre Solo-Show mit dem Titel "Hängetitten deluxe". Ich kann nur sagen: Wahnsinn! Spart Euch mühselige Sit-ups vor dem TV und schaut Euch stattdessen dieses Hängetittenprogramm an. Es gibt kein besseres Training für die Bauchmuskeln.
Jetzt wollt Ihr wahrscheinlich mehr über diesen deutschen Superstar erfahren, oder?
Also, Frau Nick wurde in Berlin geboren, und zwar im Jahre 1960 mit einem himmlichen S-Fehler [Einwurf von Hasi]. Im zarten Alter von 12 Jahren brach sie dann beim Anblick der weltberühmten Balletttänzerin Marcia Haydee im Nussknacker in Tränen aus. Gegen den Willen ihrer Eltern absolvierte sie darauf hin erfolgreich eine Ausbildung zur klassischen Tänzerin. Es folgten Gruppen- und Soloengagements unter anderem an der Deutschen Oper in Berlin und an der Münchener Staatsoper.
Desiree Nick bezeichnet die Bühne als einen heiligen Ort. Nach einigen Jahren war ihre eigene Ballettkarriere jedoch schon beendet. Sie überschritt erst im Alter von 20 Jahren die Maximalgröße für Berufstänzerinnen von 1,70 m. Pech gehabt. Da hieß es für Desiree die Sparte wechseln und nach einigen Psychotherapien arbeitete sie vorerst als antiquitätenhändlerin.
Dieser Job verschlug sie u.a. auch nach Paris, wo sie auf das Drängen eines Freundes ein Vortanzen am Lido machte. Und sofort bot man ihr einen Vertrag
an, der sie für die folgenden 2 Jahre zum Revuegirl machte.
[O-Ton]
Doch das Revueleben hing Frau Nick nach dieser Zeit zum Halse heraus. Das lag nicht zuletzt daran, dass alle Tänzerinnen des Lido den Ruf der Edelnutte zu ertragen hatten.
Was auch immer in Paris passierte, es brachte Desiree Nick dazu, nach ihrer Rückkehr nach Deutschland Theologie zu studieren und für einige Jahre als Religionslehrerin zu unterrichten. Und sie wurde Mutter.
[O-Ton]
Gelangweilt von ihrem Mutterglück sprang Desiree für eine Schauspielkollegin in Schnitzlers "Der Reigen" ein und entdeckte ihre Affinität zum Theater neu. Gestärkt durch die begeisterte Publikumsreaktio belegte sie am Londoner Actors Institute einen Sommerkurs und wurde Schauspielerin. Tja, und viele von Euch wissen bereits, was dann passierte. Frau Nick erstürmte die Charts der freien Comedy und Kabarettszene mit ihrer anarchistischen und frivolen Art im Handumdrehen.
Ich persönlich kann nur sagen: Nach anfänglichen Schwierigkeiten würde ich mich mittlerweile als Fan bezeichnen. Und falls Desiree Nick mal wieder in der Nähe auftritt und ganz ungeschminkt die Muttermilch aus ihren Hängetitten deluxe abpumpt, wenn sie sich zusätzlich von ihrem Pianisten auf der Bühne mit dem geraubten Samen des deutschen Hochadels befruchten lässt, dann bin ich dabei.
Als Überbrückung dienen derweil ihre CD "Hollywood ich komme" und ihre Biographie "Bestseller einer Diva - seit Jahren vergriffen".
Desiree Nick, die Frau, die ihr Leben mit Theater erweiterte und sich dafür entschuldigt, dass sie nicht anderes kann. Wir mögen es ihr verzeichen, denn den Job als Lebenskünstlerin hätte sie nicht besser meistern können.
[O-Ton: Die Desiree Nick'sche Version eines Friedrich Hollaender-Klassikers.]